Yog'li kulcha


Den Duft von frisch gebackenem Brot… hmm… wer liebt das nicht. In Usbekistan haben daher die meisten traditionell gebauten Häuser mit einem Innenhof unbedingt einen Tandir. Das ist ein spezieller runder Backofen aus Ton, der sich nach oben in einer Halbkugel schließt. Eine halb-seitliche Öffnung im oberen Bereich gibt den Zugang zum Inneren des Ofens.
In der Regel wird der Tandir mit Holzkohle beheizt. Das Brennmaterial muss aber schon 1-2 Stunden vor dem Backen vorgeheizt werden, bis es genügend Hitze hat und bereit zum Backen ist. Der Tandir-Ofen ist gut geeignet für Non-Brote, Somsa und einen Tandir-Kebab
In Tandir gebackenes Fladenbrot kann man vom Geschmack nicht mit zu Hause gebackenem Brot vergleichen.
Früher wurde zu Hause mindestens einmal in der Woche Brot gebacken. Heutzutage ist vielen der Zeitaufwand einfach zu groß. Viele Öfen sind zudem Modernisierungsmaßnahmen zum Opfer gefallen. Die Wohnungen in den Städten bieten ohnehin nicht so eine Möglichkeit.
Wenn man aber durch Usbekistan reist findet man in den ländlicheren Regionen, in den nach traditionellem Muster gebauten Häusern noch diese Öfen. Dort wird diese Tradition weitergeführt. Meist leben dort mehrere Generationen unter einem Dach und die Oma's und Mütter sind wahre Meister im Brot backen.
Ich freue mich immer wenn ich solche Familien und Häuser besuche. Es ist Schade, dass schöne Traditionen nicht gebührend gepflegt und seltener weiter geführt werden.
Meine Familie kommt ursprünglich aus Osh, das heute in Kirgisien liegt. Meine Eltern sind aber schon sehr früh nach Tashkent gezogen. Als meine Oma noch lebte, haben wir Sie öfters mit der ganzen Familie besucht. Das war immer eine ziemlich lange Autofahrt. Oma war eine ganz kleine und zierliche alte Frau. Als wir ankamen, hat sie gleich angefangen Brot zuzubereiten. Ich war erstaunt, wie sie mit ihren kleinen Händchen so unglaublich geschickt diese große Masse an Teig stundenlang geknetet hat, und das, obwohl sie damals schon fast 80 war. Der Teig musste dann einen Tag lang ruhen. Am nächsten Morgen hat dann dieser wohlige Duft vom frisch gebackenem Brot "Yopgan Non" uns geweckt. Wir hatten zum Frühstück dieses knusprige und schmackhafte Brot mit Kaymak (eine Art Mascarpone) genossen. Wenn man ja einmal anfangen hat, so ein frisch gebackenes Brot zu essen, können Sie ja gar nicht mehr aufhören, bis das ganze Brot aufgegessen ist.
Ein solches Brot ist auch der "Yogli Kulcha". Es wird mit Milch und Butterschmalz vorbereitet.

 

Für Yogli Kulcha brauchen Sie:

1 kg. Mehl
1 Glas lauwarme Milch
ein Glas Butterschmalz
40 gr. Hefe
1,5 Tl Salz
1 Teelöffel Zucker

Schritt 01:
Das Mehl mit dem Salz in einer Schüssel vermengen. Anschließend in der lauwarmen Milch, die Hefe, den Zucker und die Butter auflösen.
Schritt 02:
Alles gut vermischen und die Flüssigkeit zum Mehl-Salz Gemisch zugeben und zu einem glatten Teig kneten. Bei Bedarf geben Sie noch ein wenig Mehl dazu.
Schritt 03:
Den Teig mit einem Tuch bedecken und ca. 1 Stunden lang gehen lassen. Alle 20 Minuten durchkneten.
Schritt 04:
Nach einer Stunden den Teig in 6-8 Stücke teilen. Jedes Stück in die gewünschte Fladenbrotform bringen und auf ein Bleck setzen. Nochmals mit einem Tuch bedecken und weitere 20 Minuten gehen lassen. In der Zwischenzeit den Backofen auf 180° C vorheizen.
Den fertigen Teig mit Sesam bestreuen und in dem Ofen 20 Minuten lang backen bis das Brot goldbraun geworden ist.