Palov -Osh

Der Usbekische Pilaw (Plov) oder auch „Osh“ genannt ist in Zentralasien so ziemlich berühmt. Sie werden wahrscheinlich nur wenige Menschen kennen die den usbekischen Plov nicht kennen oder schon einmal gegessen haben.
Wenn etwas sehr bekannt ist, gibt es meist viele Varianten davon. So ist es auch bei dem usbekischen Plov, von dem es vermutlich mehr als 1000 Varianten gibt. Mehr als 10 unterschiedliche Reissorten verwendet man alleine in Usbekistan für dieses köstliche Mahl.
Für den Usbeken hat dieses Gericht aber fast schon eine kultische Bedeutung. Es einfach als Reiseintopf zu bezeichnen würde dieser als so ziemliche Beleidigung auffassen. In der Zubereitung braucht sogar die schon ziemlich aufwendige Paella weniger Mühe als der Plov. Für den Europäer ist dieser Aufwand meist unverständlich - weil es in seinen Augen immer noch ein Reistopf bleibt, während es für den Usbeken die hohe Schule der Kochkunst ist.
Man braucht in der Tat nicht viele Zutaten für den Plov, aber das Zubereiten braucht schon einiges an Geschick und Erfahrung. Obwohl mein Papa mir schon als Kind beigebracht hatte, wie das Plov kochen geht, habe ich immer noch manchmal Schwierigkeiten die passenden Mengen und das richtige Timing zu treffen und muss mich richtig konzentrieren.
Die Hauptschwierigkeit ist dabei das richtige Verhältnis der Zutaten zueinander und ganz wichtig - die richtige Wassermenge zu treffen. Diese variiert immer mit jeder Reissorte. Wenn man das nicht schafft wird es nichts mit dem Plov. Aber mit jedem kochen wird man besser und entwickelt immer mehr Geschicklichkeit die richtige Konsistenz zu finden. Aber damit will ich auf gar keinen Fall abschrecken dieses Gericht zu kochen - ganz im Gegenteil: es ist eine sehr reizvolle Herausforderung.

Ein Tipp von mir: Immer die gleiche Reissorte, Menge und den gleichen Topf verwenden. So bekommen Sie immer besser ein Gefühl für die richtigen Menge. Und immer viel Zeit und Ruhe. Der Usbeke sagt zu Recht: „Plov braucht Ruhe und Geduld“.
Und ganz wichtig: Bei dem ersten Mal bloß keinen Usbeken einladen. Denn der wird mit Sicherheit was an Ihrem Plov auszusetzen haben, auch wenn es Ihnen ganz passabel gelungen ist. Zur Entlastung für die Usbeken sollte man natürlich in Betracht ziehen, dass dieses Gericht eine so wichtige und untrennbare Bedeutung in der usbekischen Kultur hat.

Wie Sie schon aus meinen kurzen Zeilen hier sehen, kann man sich unendlich über den usbekischen Plov auslassen und unzählige Zeilen schreiben, aber auch nichts erzählen. Ich sage statt dessen mal ganz direkt: Einfach mal selber machen.

Nach und nach werde ich weitere Variationen vom Plov hochladen und wichtige Tricks und Info’s über den Plov mit euch teilen. Ich freue mich aber auch auf ein Feedback mit Ihren Erfahrungen.

Heute will ich anfangen mit den einfachen Grundbestandteilen des Plov und was man alles für dieses Gericht braucht.

Usbekische Plov (Palov, osh) besteht aus 6 Hauptzutaten:
1) Öl
Das Öl braucht man zum anbraten. Man kann Sonnenblumenöl, Rapsöl, Hammelfett, Ghee oder Sesamöl verwenden. In Usbekistan schwören viele auf den Geschmack vom Schwanzfett des Schafes.

2) Fleisch (Lammfleisch)
Der klassische Plov wird mit Lammfleisch zubereitet. Es kann aber auch Huhn, Pute, Rind, Kalb, Schweinefleisch, oder sogar Fisch sein. Auch vegetarische Varianten sind denkbar.

3) Zwiebeln
Auch ganz wichtig zum intensivieren des Geschmacks. Allerdings nicht zuviel verwenden. Das soll den Reis klebriger machen.

4) Möhren
Der klasische Plov wird mit gelben Möhren gemacht. Weil man in Deutschland aber diese gelben Möhren schwierig findet, können Sie auch ruhig auf die üblichen Möhren zurückgreifen. Im Geschmack macht es fast keinen Unterschied. Sie sollten aber eher nicht die violetten Möhren nehmen. Diese verfälschen den Geschmack und geben zuviel Farbe ab. Ohne Möhren allerdings gibt es keinen usbekischen Plov. Wenn jemand das Gegenteil behauptet, dann wissen Sie gleich, dass da was nicht stimmen kann.

5) Reis
Ein Hauptbestandteil des Plov ist der Reis. Daher ist es sehr wichtig, die richtige und passende Reissorte auszusuchen. Es braucht manchmal eine etwas längere Zeit bis man die richtige Reissorte gefunden hat. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn Ihr Plov nicht gleich beim ersten Mal gelingt.
Uns fällt es manchmal auch schwer, im Ausland mit uns nicht bekannten Reissorten usbekischen Plov zu kochen. Auch mir gelingt der Reis nicht immer. Daher Geduld haben und einfach mal schauen bis man die richtige Reissorte gefunden hat.
Man sollte allerdings beim Reis kochen ein Paar Punkte beachten:
a) auf gar keinen fall Risotto Reis benutzen, Klebereis und Sushireis passen leider auch nicht für dieses Gericht, weil diese zuviel Stärke enthalten und daher beim kochen kleben. Der usbekische Plov-Reis soll am Ende locker und körnig bleiben.
b) Für Plov sind türkische Rundreis Sorten, Mittelkorn-Reissorten gut geeignet (diese können sie in vielen türkischen Geschäften finden), Auch Patnareis/Langkornreis mit sehr wenig Stärke oder Basmatireis sind empfehlenswert. Also immer darauf achten, dass der Reis wenig Stärke enthält.

6) Kreuzkümmel (Sira)
Dieses Gewürz gibt den typischen Duft des usbekischen Plov. Ich würde sogar sagen, es ist mit dem Lammfleisch zusammen die Seele des Gerichts.

Das sind nun die Hauptbestanteile des usbekischen Plov. Wenn sie das alles haben können sie sofort mit dem Plov anfangen. Allerdings wie schon oben erwähnt mag der Plov keine Eile. Man muss entspannt und gelassen alles anfangen.

Sie können aber auch nach eigenem Wunsch und je nach Jahreszeit auch variieren.

Wie ich vorher erwähnt hatte, gibt es viele Arten des Plov. Z.B.Plov mit Quitten, Sultaninen, Huhn, Kichererbsen, Kürbis, Pferdefleisch, Trockenfrüchten, Wachtel, Wachteleier, und so weiter…

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1 - Reis gründlich mit kaltem oder höchstens Zimmer Temperatur warmes Wasser zu waschen - mindestens jedoch 4-5 mal. Nach gründlichem Waschen, den Reis ca. 40-50 min im Wasser tränken. Der Reis sollte dabei mit mindestens 3-4 cm Wasser bedeckt werden. Mit zu wenig Wasser hat der Reis Kontakt zur Luft und wird dadurch bröckelig.


2 - Wenn der Kazan oder der Kessel warm genug sind, fügen sie ca. 250 gr. Öl dazu und lassen es ca. 3-5 min erhitzen.


3 - Wenn das Öl langsam heiss wird, fügen Sie zuerst die Fleischwürfel dazu. Mein Tipp ist, für den besseren Geschmack zusätzlich 1-2 Stück Fleisch mit Knochen dazuzugeben.


4 - Immer wider rühren und wenden damit es nicht festklebt. Fleisch anbraten braucht richtig Feuer. Nehmen Sie ruhig die größte Flamme oder Stufe die Sie haben. Es sollte schön bräunlich werden und eine etwas geröstete Kruste bilden.


5-6 - Fügen Sie danach die Zwiebeln dazu, bis diese auch angebraten sind und eine bräunlich-rote Farbe entsteht. Auch hier gilt öfter mal durchrühren.

 
7-8 - Alles zusammen rühren, gut vermischen und weiter mit großer Hitze weiter anbraten

 
9-10 - Salzen Sie das Fleisch jetzt etwas und fügen danach die kleingeschnittenen Möhren zu. Alles zusammen rühren, gut vermischen und weiter mit großer Hitze weiter anbraten.

 
11 - Sobald die Möhren weich werden, kaltes Wasser hinzufügen.


12 - Auf keinem Fall heisses Wasser zugeben, da ansonsten alles beim Kochen trüber und der Pilaw klebrig wird. Das ist der erste heikle Schritt, denn jetzt kommt es auf die richtige Menge an. Das Wasser sollte das ganze leicht bedecken, aber mit nicht mehr als 2 cm.


13 - Jetzt noch nach Geschmack salzen und mit etwas Kreuzkümmel bestreuen.


14 - Danach nochmals alles kochen lassen und dann bei gleichmäßiger und bei kleiner Flamme langsam köcheln und reduzieren lassen. Das ganz sollte aber nicht überkocht werden, sondern wirklich ganz langsam mit Zeit vor sich hin kochen und dünsten.


15 -Jetzt kommt nochmals ein sehr heikle Moment beim Pilaw kochen > Die Zugabe des Reis.
Bitte achten Sie darauf, dass der Reis wirklich gut gewaschen ist und im Wasser getränkt wurde. Jetzt das Wasser was den Reis bedeckt weggießen.


16 - Jetzt wird der gewaschene Reis gleichmäßig verteilt. Das Wasser sollte idealer weise mit nicht mehr als 1cm -1,5 cm den Reis bedecken. Achtung diese Angaben beziehen sich wirklich nur auf die hier angegebenen Mengen. Es ist nicht schlimm, wenn man zunächst mit etwas weniger Wasser anfängt.


17 - Es ist nicht schlimm, wenn man zunächst mit etwas weniger Wasser anfängt. Man kann in diesem Stadium noch jederzeit etwas mehr Wasser hinzufügen wenn es nicht ausreichend ist. Mit zuviel Wasser haben Sie ein echtes Problem.


18 - Achten sie darauf, das alles gleichmäßig kocht, und der Reis gleichmäßig verteilt ist. Sie werden jetzt ein blubbern hören. Es muss richtig köcheln. Man merkt wie der Reis gleich eine Farbe bekommt. Das bedeutet das der Reise anfängt langsam die Brühe einzuziehen.


19 - Mit dem Schaumlöffel können Sie jetzt ein wenig nachhelfen und Stellen die noch ungleichmässig Brühe aufgesogen haben, vorsichtig ein bisschen innerhalb der Reisschicht umdrehen und hin und her schieben, bis Sie überall Reis haben, der schön dunklere Brühe aufgesogen hat. Aber ganz wichtig: Bleiben Sie immer innerhalb der Reisschicht. Diese darf sich nicht mit der darunterliegenden Schicht vermischen Möhren und Fleisch dürfen sich nicht einmischen. Innerhalb dieser Schicht können Sie wie gesagt den Reis bisschen hin und her schieben und dadurch ein gleichmäßiges einziehen der Flüssigkeit des Reis erreichen.


20 - Woran erkennt man dass der Reis fertig für die nächste Bearbeitungsstufe ist?
Als Faustregel gilt, dass der Reis zu 70% fertig gekocht ist, wenn Sie mit dieser Schritt durch sind. Also entsprechend bissfest oder weich sollte er sein.
Entsprechend sollte das ganz Wasser verdampft oder aufgesogen sein. Wenn Sie merken, dass der Reis immer noch zu fest ist, ein ein wenig heisses Wasser zugeben.


21 - Die Hitze wird auf kleinste Flamme reduziert und der ganze Inhalt in die Mitte des Kazan oder Topfes wie ein Hügel zusammengehäuft. Beigaben wie die Knoblauchköpfe oder anderes werden wieder auf die Masse gelegt.


22- Jetzt brauchen Sie eine passende Schüssel, die umgedreht auf die gesamte Masse gedrückt wird. Der Deckel des Kazan oder Topfes sollte sich aber noch richtig verschließen lassen.

 
23-24 - Achten Sie darauf dass Sie alles auf kleinster Flamme haben. Nach 15 min können Sie die Flamme ausmachen und das ganze nochmals 15-20 min ruhen lassen


25 - Wenn Sie alles richtig gemacht haben, werden Sie mit einem köstlichen Reis, der nicht klebt und jedes Korn wie eine Perle getrennt ist belohnt..


26 -Nach dieser Ruhezeit wird der Deckel geöffnet, die Schüssel über der Masse entfernt und der Pilaw ganz vorsichtig und langsam und ohne viel Druck von unten nach oben gewendet und vermischt. Dabei werden die Fleischstücke herausgefischt, herausgenommen und in kleine Stücke zerkleinert.


Der Reis wird auf einen flachen Servierteller - wir nenne das Legen - zu einem Hügel aufgetürmt. Obendrauf kommen jetzt die zerkleinerten Fleischstücke.

Die Vorbereitung.

Sie benötigen:
800g-1000g Lammfleisch und sicherlich Fleischstücke mit Knochen zum Braten.
200-250 gr. Öl
1kg Karotten
200g (2-3st) Zwiebeln
5g Zira
1kg Reis
Salz nach Geschmack
Kreuzkümmel - nach Geschmack;
2-3 Köpfe Knoblauch;

Eine typische Besonderheit des Plov ist, dass alles in einem Topf gemacht wird. Wir nennen diesen Kazan. Dieser sollte schon 5-6 L fassen. also eher ein Kessel. Übrigens ist der Kazan in ganz Zentralasien bis in die Türkei verbreitet. Es ähnelt ein wenig dem asiatischen Wok, ist aber etwas größer und tiefer und nicht so leicht wie dieser, sondern schwer - idealer weise kesselartig aus Gusseisen.
Sie können aber auch ganz einfach mit einem normalen Aluminiumguss-Topf oder Edelstahltopf anfangen.
Der Topf aus Gusseisen ist ideal, weil Sie damit das Gericht die ganze Zeit über stimmig und langsam ohne anbrennen köcheln lassen können. Meiner Meinung nach spiegelt sich das auch geschmacklich in dem Gericht wieder. Aber wie gesagt - das ist meine Meinung.

Bevor Sie zu kochen beginnen, konzentrieren Sie sich nur auf den Pilaw. Sie werden sehen dass es viel besser gelingt, wenn Sie keinen Wirbel, keine Hektik beim zubereiten haben und immer positive Energie ausstrahlen und gute Laune haben.
Mit einer positiven Atmosphäre rund um den Kazan, bringen Sie garantiert einen leckeren guten Pilaw zustande.
Vor dem Start sollten Sie unbedingt alle Zutaten, die Sie zum kochen benötigen, schneiden und parat haben, damit später alles ohne Hast und mit Behändigkeit geht. Die Gefahr, dass Sie einen klebrigen Haufen Reis mit Fleischstückchen haben ist leider latent da. Wir nennen dann so einen Pilaw übrigens Showla - wenn das passiert, können Sie immer noch behaupten Sie hätten als alternative zum Plov eine Showla zubereitet.

Zerkleinern, zerteilen, schnippeln:

1) Das Fleisch in Würfel schneiden, so 3x3 cm ist eigentlich gut, es kann aber auch kleiner sein, aber auch nicht zu klein.
2) Die Zwiebeln, entsprechend der Menge, mehr oder weniger können etwas grober geschnitten werden. Dazu die Zwiebeln halbieren und in 3-4mm breiten Ringe schneiden.
3) Die Möhren werden Sie am längsten beschäftigen. Hier brauchen wir lange dünne Stücke, ca. 4x4 mm dick. Alle Möhren auf die gleiche Art und Weise schneiden. Wenn Möhren sehr saftig sind, können Sie diese auch etwas dicker schneiden, Bei trockenen Möhren entsprechend etwas dünner. Die Möhren sollten nach Möglichkeit fast alle gleich groß sein. Wenn diese unterschiedlich zu klein oder zu groß werden, kann es ein schlechteres Resultat ergeben. Der Pilaw kann dann etwas wabbelig werden, wie ein Brei.

Den Reis sollte man vorher sorgfältig auf FremdKörper oder Steine kontrollieren. Auch wenn heutzutage der Reis meist frei von solchen Sachen ist.

Wenn alles schön geschnitten und geschnippelt ist geht es los mit dem kochen:

Der Prozess:

Jetzt sind Sie bereit, einen köstlichen Pilaw zu kochen:

Setzen Sie den gusseisernen Kessel auf das Feuer und lassen sie es etwas heiss werden. Der Kessel sollte gleichmäßig auf dem Feuer liegen. Wenn der Kazan oder der Kessel warm genug sind, fügen sie ca. 250 gr. Öl dazu und lassen es ca. 3-5 min erhitzen. Zu diesem Zeitpunkt haben Sie ein paar Minuten Zeit. Diese können sie nutzen um den Reis gründlich mit kaltem oder höchstens Zimmer Temperatur warmes Wasser zu waschen - mindestens jedoch 4-5 mal. Nach gründlichem Waschen, den Reis ca. 40-50 min im Wasser tränken. Der Reis sollte dabei mit mindestens 4 cm Wasser bedeckt werden. Mit zu wenig Wasser hat der Reis Kontakt zur Luft und wird dadurch bröckelig.
Wenn das Öl langsam heiss wird, fügen Sie zuerst die Fleischwürfel dazu. Mein Tipp ist, für den besseren Geschmack zusätzlich 1-2 Stück Fleisch mit Knochen dazuzugeben. Immer wider rühren und wenden damit es nicht festklebt. Fleisch anbraten braucht richtig Feuer. Nehmen Sie ruhig die größte Flamme oder Stufe die Sie haben. Es sollte schön bräunlich werden und eine etwas geröstete Kruste bilden. Fügen Sie danach die Zwiebeln dazu, bis diese auch angebraten sind und eine bräunlich-rote Farbe entsteht. Auch hier gilt öfter mal durchrühren. Es wird jetzt ein köstlicher Duft von Fleisch und Zwiebeln den Raum verströmen. Salzen Sie das Fleisch jetzt etwas und fügen danach die kleingeschnittenen Möhren zu. Alles zusammen rühren, gut vermischen und weiter mit großer Hitze weiter anbraten, damit der Pilaw eine schöne Farbe bekommt. Sobald die Möhren weich werden, kaltes Wasser hinzufügen. Auf keinem Fall heisses Wasser zugeben, da ansonsten alles beim Kochen trüber und der Pilaw klebrig wird. Das ist der erste heikle Schritt, denn jetzt kommt es auf die richtige Menge an. Das Wasser sollte das ganze leicht bedecken, aber mit nicht mehr als 2 cm. Jetzt noch nach Geschmack salzen und mit etwas Kreuzkümmel bestreuen. Danach nochmals alles kochen lassen und dann bei gleichmäßiger und bei kleiner Flamme langsam köcheln und reduzieren lassen. Das ganz sollte aber nicht überkocht werden, sondern wirklich ganz langsam mit Zeit vor sich hin kochen und dünsten.

Was wir jetzt haben, wird in Usbekistan als Zirvak bezeichnet, was die Grundlage für den späteren Pilaw bildet. Also all das, was wir in den Schritten bisher zu Vorbereitung gemacht haben.
• Öl erhitzen
• Fleisch, Zwiebeln und Karotten anbraten
• kaltes Wasser zugeben
• Salz und Sira-Gewürz dazugeben
• Alles langsam köcheln lassen

Es wird angenommen, das je länger das Zirvak köchelt, es umso besser das Pilaw schmeckt. Je nach unterschiedlicher Art des Pilaw, kann das von 40 min bis zu 2 Stunden dauern. Wichtig zu wissen ist die Tatsache, dass ein zu schnell und heiss gekochter Zirvak, zu weiche Möhren bekommt und die ganze ganze sehr trüb wird und ein klebriger und nicht lockerer Pilaw entsteht. Darum ist der richtig gekochte Zirvak die Basis für einen guten Pilaw. Ein richtiger Zirvak soll eine klare Brühe haben und nicht matschig sein.

> Der Zirvak und somit der Pilaw lässt sich aber variieren. Man kann zu den Knoblauch-Köpfen auch Quitten, Kichererbsen, Sultaninen, Berberitzen oder ähnliches dazugeben. Auf jeden Fall ist der Zeitpunkt für diese Extra-Zutaten immer nach dem anbraten der Möhren.
Bei der Zugabe des Reis muss man allerdings einiges an diesen sperrigen Zutaten wieder herausnehmen.

Also kurz gesagt, haben wir mit dem Zirvak drei Phasen beim Pilaw kochen:
1) Öl vorbereiten, erhitzen. Fleisch, Zwiebeln und Möhren anbraten,
2) Wasser zugeben
3) mit Reis bedecken

Jetzt kommt nochmals ein sehr heikle Moment beim Pilaw kochen > Die Zugabe des Reis.
Bitte achten Sie darauf, dass der Reis wirklich gut gewaschen ist und im Wasser getränkt wurde. Jetzt das Wasser was den Reis bedeckt weggießen.

Bevor wir den Reis zugeben ziehen wir nochmals die Flamme kurz hoch und bringen alles zum kochen. Knoblauch oder andere aus dem Zirvak herausragende Beigaben wie Quitten (Variationen) werden jetzt herausgenommen.
Jetzt wird der gewaschene Reis gleichmäßig verteilt. Das Wasser sollte idealer weise mit nicht mehr als 1cm -1,5 cm den Reis bedecken. Achtung diese Angaben beziehen sich wirklich nur auf die hier angegebenen Mengen. Es ist nicht schlimm, wenn man zunächst mit etwas weniger Wasser anfängt. Man kann in diesem Stadium noch jederzeit etwas mehr Wasser hinzufügen wenn es nicht ausreichend ist. Mit zuviel Wasser haben Sie ein echtes Problem. Achten sie darauf, das alles gleichmäßig kocht, und der Reis gleichmäßig verteilt ist. Sie werden jetzt ein blubbern hören. Es sollten sich wie Regentropfen auf der Oberfläche des Reis gleichmäßig Wasserblasen bilden. Es muss richtig köcheln. Man merkt wie der Reis gleich eine Farbe bekommt. Das bedeutet das der Reise anfängt langsam die Brühe einzuziehen. Mit dem Schaumlöffel können Sie jetzt ein wenig nachhelfen und Stellen die noch ungleichmässig Brühe aufgesogen haben, vorsichtig ein bisschen innerhalb der Reisschicht umdrehen und hin und her schieben, bis Sie überall Reis haben, der schön dunklere Brühe aufgesogen hat. Aber ganz wichtig: Bleiben Sie immer innerhalb der Reisschicht. Diese darf sich nicht mit der darunterliegenden Schicht vermischen Möhren und Fleisch dürfen sich nicht einmischen. Innerhalb dieser Schicht können Sie wie gesagt den Reis bisschen hin und her schieben und dadurch ein gleichmäßiges einziehen der Flüssigkeit des Reis erreichen. Aber bedenken Sie dabei, dass wir keinen Risotto machen! Also nur so wenig schieben wie notwendig.
Woran erkennt man dass der Reis fertig für die nächste Bearbeitungsstufe ist?
Als Faustregel gilt, dass der Reis zu 70% fertig gekocht ist, wenn Sie mit dieser Schritt durch sind. Also entsprechend bissfest oder weich sollte er sein.
Entsprechend sollte das ganz Wasser verdampft oder aufgesogen sein. Wenn Sie merken, dass der Reis immer noch zu fest ist, ein ein wenig heisses Wasser zugeben. Umgekehrt können Sie sich bei etwas zuviel Wasser helfen, in dem Sie mit dem Stiel einer Kelle oder einem Holzstäbchen Löcher in die Reisschicht bohren. Das wirkt wie ein Schornstein und lässt überschüssiges Wasser verdampfen.

Wenn Sie merken das alles in Ordnung ist, kommt der nächste und finale Schritt bei unserer Pilaw-Zubereitung.
Die Hitze wird auf kleinste Flamme reduziert und der ganze Inhalt in die Mitte des Kazan oder Topfes wie ein Hügel zusammengehäuft. Beigaben wie die Knoblauchköpfe oder anderes werden wieder auf die Masse gelegt. Jetzt brauchen Sie eine passende Schüssel, die umgedreht auf die gesamte Masse gedrückt wird. Der Deckel des Kazan oder Topfes sollte sich aber noch richtig verschließen lassen. Das ist ganz wichtig.
Achten Sie darauf dass Sie alles auf kleinster Flamme haben. Nach 15 min können Sie die Flamme ausmachen und das ganze nochmals 15-20 min ruhen lassen. Der Deckel sollte jetzt nicht mehr geöffnet werden. Ihre Neugier müssen Sie dabei bändigen. Ob’s was geworden ist oder nicht erfahren Sie erst am Ende.
Wenn Sie alles richtig gemacht haben, werden Sie mit einem köstlichen Reis, der nicht klebt und jedes Korn wie eine Perle getrennt ist belohnt..

Nach dieser Ruhezeit wird der Deckel geöffnet, die Schüssel über der Masse entfernt und der Pilaw ganz vorsichtig und langsam und ohne viel Druck von unten nach oben gewendet und vermischt. Dabei werden die Fleischstücke herausgefischt, herausgenommen und in kleine Stücke zerkleinert.
Der Reis wird auf einen flachen Servierteller - wir nenne das Legen - zu einem Hügel aufgetürmt. Obendrauf kommen jetzt die zerkleinerten Fleischstücke. Gegessen wird der Pilaw traditionell mit dem Löffel direkt aus dem Legen. Natürlich können ihre Gäste auch Teller benutzen,

In Usbekistan reicht diese Menge für ein Abendessen von 6-7 Personen. In Deutschland ist locker die doppelte Anzahl an Personen angesagt. Ich glaube das kommt durch die Gewohnheit.

Sie können ruhig mal versuchen die halbe Menge zu kochen - also von allem ein halbes Kilo anstatt 1 Kilo. Aber Sie werden schnell feststellen, dass es mit weniger nicht geht. Pilaw kann man nicht für zwei Personen machen. Es ist ein geselliges Gericht für die ganze Familie oder die Freunde.

Bitte nicht erschrecken von den vielen Texten. Aber für den Anfänger, die noch nie usbekische Plov gemacht hat, sind diese kleine Details sehr wichtig und für die erste Mal brauchen Sie auch etwas mehr Aufklärung. Wenn sie noch weitere Fragen haben, kontaktieren Sie mich ganz einfach.