Mastava (Gemüse-Reis Suppe)

Wenn Sie mich nach typischer und meist gekochter usbekischer Hausmannskost fragen, werde ich bestimmt ohne zu überlegen "Mastava" nennen. Mastava ist unsere Gemüsesuppe mit Reis, meist mit Yoghurt serviert. Ähnlich dem Eintopf in Deutschland, ist Mastava eine relativ einfache Suppe in Usbekistan.
Mastava wird ausnahmslos zu jeder Jahreszeit gekocht und kommt im Winter wie auch Sommer gut an.
Wenn die Mütter nicht viel Zeit haben und schnell was für die Familie zubereiten müssen, fällt die Wahl schnell auf Mastava. Man braucht dafür wenig und kann alles nehmen, was man irgendwie als Reste im Kühlschrank hat. Ideal wenn man mal keine Zeit oder Lust zum einkaufen hatte.
Für eine Mastava reicht da schon die halbe Möhre, die halbe Kartoffel oder irgendwelche anderen Gemüsereste, die man in den Untiefen des Kühlschranks findet. Natürlich kann man auch eine fleischlose Variante zubereiten. Es passt immer, sogar wenn Sie nur noch ein paar Zwiebeln als Gemüse und ein wenig trocken Brot übrig haben. Was ich damit sagen will ist, das Sie Mastava variabel ist und Sie gut improvisieren können. Mit verfügbaren und saisonalen Zutaten lässt sich der Geschmack verfeinern und variieren.

Mastava ist für mich immer das Essen meiner Kindheit. Da wurde es sehr oft bei uns zu Hause gekocht. Bei uns fangen ja die Mädchen meist schon so mit 9-10 Jahren an in der Küche auszuhelfen. Das beginnt meist so mit Gemüse schälen und mit kleineren Küchenarbeiten an. Dabei schaut man der Mama über die Schulter und lernt meist so kochen (Die Töchter sollen ja schon in jungen vorbereitet sein auf ihre zukünftige Rolle - ob sie wollen oder nicht ;-)
Bei vielen Mädchen - so auch bei mir - fängt das Kochen mit einer Mastava an. Ich weiss noch wie stolz ich war, als ich der Familie mein erstes selbstgemachtes Mastava servieren durfte. Ich glaube ich habe dabei von Ohr zu Ohr gegrinst. Und als alle mit großem Appetit die Suppe aufgegessen habe und ich Lob von der Mama und den anderen Familienmitgliedern bekam, fühlte ich mich gleich wie ein Erwachsener. Ich muss immer schmunzeln wenn ich daran denke. Jetzt steht meinen kleinen Nichten das gleiche bevor.

Es gibt bei uns praktisch keinen, der Mastava nicht kennt oder nicht kochen kann. Es gibt natürlich wie bei allen Gerichten große regionale Unterschiede, was den Geschmack angeht. In Ferghana mag man es ein wenig pikanter mit kleinen Chili und statt Pflanzenöl nimmt man schon mal gerne Schwanzfett vom Lamm. In Namangan (auch im Ferghana-Tal) wird der Gastgeber Ihnen den Reis getrennt von der Mastava servieren. Den Reis geben Sie dann selbst dazu. Immer wird dabei eine Piyale selbstgemachter Yoghurt serviert.
In der Khorazm-Region wird dagegen eine viel leichtere Varianter zubereitet. Wundern Sie sich auch nicht, wenn Sie bei einer usbekischen Familie schon zum Frühstück Mastava serviert bekommen. Denn in vielen Regionen gehört Mastava einfach zu einem Frühstück dazu. Also universeller kann eine Suppe kaum sein.
Ich schlage Ihnen vor, dass Sie es einfach mal selbst probieren und sehen:-)

 

 

Die Zwiebeln braten bis sie gold-braun werden.

 

 

 

Alle Gemüse nacheinander zugeben und kurz anbraten.


 


Kräuter dazu geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Suppe in einer tiefen Schale mit Yoghurt servieren.

für dieses Rezept brauchen Sie:
200 gr. Fleisch (Lamm, Rind… alles was sie mögen)
Eine mittelgroße Zwiebel
1-2 Stück Möhren
Eine Kartoffel
1-2 kleine Paprika
Eine Tomate oder Tomatenmark (ich habe Tomatenmark genommen)
100 gr. Pflanzenöl oder Butterschmalz
2 Liter kaltes Wasser
Kräuter, Salz, Pfeffer
100 gr. Reis (oder eine kleine Piyale)
Schritt 01:
Das Fleisch in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebeln klein hacken. Das Gemüse putzen und vorbereiten. Möhren, Kartoffeln und Paprika in 1-2 cm große Würfel schneiden.
Schritt 02:
In den Kazan Öl eingießen und wenn es heiss wird, die kleinen Fleischstückchen zugeben und braten. Danach die Zwiebeln hinzufügen und weiter braten.
Schritt 03:
Wenn die Zwiebeln gar werden und eine gold-braune Farbe bekommen, den Tomatenmark oder die klein gehackten Tomaten zugeben und weiter kochen.
Schritt 04:
Nach 2 min. die Möhren hinzufügen und weiter kochen bis Sie nach weiteren 2 Min. die Kartoffeln und Paprika hinzugeben und weiter andünsten. Anschließend mit 2 Liter kaltem Wasser aufgießen, alles aufkochen lassen und bei kleiner Flamme weiter köcheln lassen.
Schritt 05:
Nach 20 -30 min. den gewaschenen Reis in die Suppe geben und alles weiter auf kleiner Flamme köcheln lassen bis der Reis fertig ist.
Schritt 06:
Kräuter dazu geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Suppe in einer tiefen Schale mit Yoghurt servieren.

Tipp: Bei dieser Suppe empfehle ich Parboiled Reis zu nehmen. Zu den Suppen passt dieser Reis ganz gut, denn Sie wird nicht so schnell verkochen. In Vergleich zu anderen Sorten braucht dieser Reis etwas länger zu koche, verliert dabei aber nicht an Festigkeit, auch wenn es länger (z.B. 1-2 Tage im Kühlschrank) steht. Es bleibt körnig und wird nicht matschig.