Qurtob (Joghurtbällchen )


Qurit (Kurt, Qurt, Qurut, Kurut, Qurtob) heisst vom Usbekischen übersetzt "getrocknet". Das beschreibt ganz gut die getrockneten Yoghurtbällchen, die aus Kuhmilch-Suzma gemacht werden.
Diese einfach Yoghurtbällchen sind in ganz Zentralasien bei jung und alt äußerst beliebt. Immer wenn ich in Usbekistan bin, führt mich gleich am nächsten Morgen mein Weg in den bunten Chorsu-Basar, dem größten Markt in Tashkent. Dort decke ich mich gleich mit kiloweise Kurtob für die nächsten Tage ein. Sie müssen sich die Popularität dieses Snacks ungefähr so wie die Chips hier in Deutschland vorstellen. Ich versuche immer bei Leuten, die aus einer Usbekistan-Reise kommen Kurut zu bestellen.

Es gibt Kurut in vielen Varianten. Mal mit mehr oder wenig Salz, mit Kräutern oder auch mit Paprikapulver, in der Konsistenz weich, härter oder auch steinhart. Jeder findet seine Lieblings-Kurut auf dem Basar.
In den Bergregionen wird Kurut auch aus Ziegenmilch hergestellt. Das schmeckt sehr schön nach Ziegenkäse.

Allerdings habe ich festgestellt, dass unsere Kurut bei vielen Touristen nicht so gut ankommt, wie bei den Usbeken. Vielleicht liegt es an dem etwas ungewöhnlichen, säuerlichen Geschmack, an der etwas rustikalen Aufbewahrung in kleinen Säckchen oder Tüten oder an dem Zweifel an der Hygiene bei der Herstellung und Aufbewahrung? Ich kann verstehen, dass Kurut für Europäer ungewohnt schmeckt, aber eigentlich Schade…

Denn Kurut ist unbedingt Wert probiert zu werden. Es ist ein prima Snack für unterwegs und passt durch die säuerliche Note hervorragend zum Bier. Zudem ist es wohltuend für den Magen. Fein gemahlen bildet es eine leckere Grundlage für Yoghurt Suppen.

Für diejenigen die diesen Snack mal probieren möchten, empfehle ich Kurut mal selber zu machen. Dann können Sie ganz nach Ihren Vorlieben die Geschmacksrichtung bestimmen. Die Herstellung dieses Snack ist eigentlich sehr einfach. Die einzige Schwierigkeit ist dabei die höhere Luftfeuchtigkeit in Deutschland. Dadurch trocknen die Kurut erheblich langsamer als in Usbekistan. Man muss da etwas Geduld haben.

 

 

 

 


Grundlage ist die Suzma, die Sie nach diese Suzma Rezept zubereiten können. Als nächstes suchen Sie sich Ihre Lieblingskräuter aus, die Sie in der Suzma haben wollen. Die Suzma wird dann gut mit den Gewürzen und Salz vermischt. Ich habe bei meinen Suzma Basilikum und scharfe Paprika genommen.
Die fertige Mischung wird dann zu Wallnussgroßen Bällchen zusammengerollt und an einem trockenen Plätzchen getrocknet. Im Winter dauert die Trocknung viel länger. Bei mir hat es bis zu 2 Wochen gedauert. Je nach Vorliebe können Sie die Kurut kürzer oder länger trocknen und härter werden lassen. Aber diese sollten, wegen der besseren Haltbarkeit schon ganz durchtrocknen.
Beachten Sie, dass die Bällchen durch den Wasserverlust an Volumen verlieren und kleiner werden. Durch ein leichtes Tuch oder Papier sollten sie die Kurut vor Staub schützen.